Die italienischen Abteilungen an ausländischen, zweisprachigen oder internationalen Schulen
Die italienischen Abteilungen an ausländischen Schulen, von denen die meisten seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden sind, haben im Laufe der Jahrzehnte eine strategische Rolle übernommen. Wie die übrigen italienischen Bildungseinrichtungen im Ausland tragen sie nicht nur zur Bewahrung der kulturellen Identität der Kinder von Landsleuten und Bürgern italienischer Herkunft bei, sondern auch zur Förderung und Verbreitung der italienischen Sprache und Kultur im Ausland. In diesen Abteilungen wird nämlich nicht nur die italienische Sprache unterrichtet, sondern auch andere Fächer werden auf Italienisch vermittelt.
Die Kartierung der italienischen Abteilungen an ausländischen Schulen hat es ermöglicht, eine neue Geografie des Italienischunterrichts in der Welt zu zeichnen und dessen Grenzen zu erweitern. Derzeit sind 92 italienische Abteilungen (Stand: Februar 2025) an ausländischen, zweisprachigen oder internationalen Schulen aktiv.
Die Abteilungen stellen einen wirksamen Kanal dar, um die Herausforderung der Förderung der italienischen Sprache in ausländischen Schulsystemen anzugehen. Dank der Einrichtung italienischer Abteilungen ist es nämlich möglich, in relevanten Gebieten tätig zu werden, in denen es weder staatliche noch gleichgestellte Schulen gibt.
Die italienischen Abteilungen in den Europäischen Schulen
Die Europäischen Schulen sind Einrichtungen, die seit 1953 gegründet wurden, um einen mehrsprachigen und multikulturellen Unterricht vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe anzubieten, vorrangig für die Kinder von Beamten der EU-Institutionen, wobei allen Schülern der Unterricht in ihrer Muttersprache garantiert wird. Am Ende ihrer Schulzeit erwerben die Schüler das Europäische Abitur, das anerkannt ist und allen Abschlusszeugnissen der Sekundarstufe II der EU-Mitgliedstaaten gleichwertig ist. Die Europäischen Schulen folgen einem gemeinsamen Lehrplan, der aus der Zusammenführung der nationalen Lehrpläne der EU-Mitgliedstaaten und einem besonders fortgeschrittenen Sprachunterricht hervorgegangen ist.
Derzeit gibt es 13 Europäische Schulen, verteilt auf sechs Länder der Union: Belgien (Brüssel I, II, III und IV, Mol), Deutschland (Frankfurt, Karlsruhe, München), Italien (Varese), Luxemburg (Luxemburg I und II), Niederlande (Bergen), Spanien (Alicante).
An den Europäischen Schulen in Brüssel I, II und IV, Frankfurt, Luxemburg II, München und Varese gibt es italienische Sprachzweige.
In Italien gibt es darüber hinaus zwei nationale Schulen, die vom System der Europäischen Schulen akkreditiert und somit zur Vergabe des Europäischen Abiturs berechtigt sind: die „Scuola per l’Europa“ in Parma und das Liceo Fermi-Monticelli European High School (2. Stufe), die zusammen mit dem Istituto Comprensivo „Centro“ (1. Stufe) eine umfassende europäische Bildung in der Stadt Brindisi gewährleisten.